Winterdepression - Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden

Das Phänomen der Winterdepression war schon in der Antike bekannt. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang mit den sich verändernden Lichtverhältnissen im Herbst und Winter und der bedrückten Stimmung. In der Fachsprache wird von einer saisonalen Depression (SAD) gesprochen. Die Häufigkeit bei Winterdepression nimmt weltweit mit dem Breitegrad des Wohnorts zu. Je näher an den Polen gelegen, desto häufiger. 2/3 der Betroffenen sind Frauen.


SYMPTOME DER WINTERDEPRESSION
Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Unausgeglichenheit, getrübte Stimmung, Vernachlässigung sozialer Kontakte und der eigenen Person, extremes Schlafbedürfnis mit morgendlicher Müdigkeit. Im Gegensatz zu anderen Depressionsformen kommt es bei der Winterdepression zu vermehrtem Appetit mit Heißhunger auf Süßes.

Als Verursacher werden die veränderten Lichtverhältnisse angenommen. Von der Netzhaut des Auges gibt es eine direkte Nervenverbindung zur Zirbeldrüse im Gehirn, in der das Hormon Melatonin produziert wird. Dieses regelt den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers und wird bei Dunkelheit und Dämmerlicht vermehrt ausgeschüttet. Melatonin bewirkt, dass wir müde werden und einschlafen. Genau umgekehrt verhält es sich mit dem stimmungsaufhellenden Hormon Serotonin. Es ist antriebssteigernd und wird vermehrt bei Helligkeit und in den Sommermonaten gebildet. Serotonin verbessert Wohlbefinden, Antrieb und Schlaf. Sonnenschein, aber auch künstliches, helles Licht regt die Produktion von Serotonin an.

WAS HILFT GEGEN WINTERDEPRESSION?
Um genügend Tageslicht zu bekommen, kann man eine Lichttherapie mit einem Lichttherapiegerät (5000 – 10000 Lux) machen. Sie hilft, das Hormongleichgewicht wieder herzustellen. Regelmäßige Bewegung im Freien ist wichtig. Bewegung hat für sich genommen schon einen positiven Effekt in der Depressionsbehandlung.

Gesellig sein verbessert die Stimmungslage. Freunde einladen, sozialen Rückzug vermeiden und ganz bewusst Unternehmungen mit Freunden oder Familie einplanen. Kohlenhydratreiche Ernährung, ab und zu ein Stück Schokolade, wirkt sich positiv bei Winterdepression aus. Die Nahrungsmenge sollte jedoch unbedingt an den tatsächlichen Energiebedarf angepasst werden.


Bei Winterdepression haben sich Zubereitungen aus Johanniskraut als natürliche Stimmungsaufheller bewährt. Sie greifen korrigierend in den Nervenstoffwechsel des Gehirns ein. Johanniskraut ist wissenschaftlich als Mittel bei depressiven Verstimmungen anerkannt.